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"Kopfball-Angsthase" Coman beschert Bayern den Titel 2020

Gut eine Stunde ist das Endspiel 2020 zwischen Bayern und Paris alt, als ein Franzose mit Kopfballphobie eine perfekte Flanke serviert bekommt...

Kingsley Coman entscheidet das Champions-League-Endspiel in Lissabon
Kingsley Coman entscheidet das Champions-League-Endspiel in Lissabon Getty Images

Trainerwechsel, gutes Management bei der Vorbereitung auf den Neustart nach Corona-Pause, ein Moment der Urgewalt in einer kniffligen Phase im Halbfinale gegen Lyon, Glanztaten von Manuel Neuer in jedem Spiel... Gründe für den Triumph vom FC Bayern in der UEFA Champions League 2020 gab es einige. Letztendlich entscheidend war jedoch das Tor von Kingsley Coman im Finale gegen Paris.

Fast bezeichnend für das ungewöhnliche Jahr fiel auch der wichtigste Bayern-Treffer seit 2013 auf kuriose Art und Weise. Der Franzose, der wegen eines "Bauchgefühls" von Hansi Flick anstelle von Ivan Perišić gegen seinen Ex-Klub in der Startelf stand, bediente sich dafür seinem fußballerisch schwächsten Körperteil.

Highlights: Paris - Bayern 0:1

"Am Tag vor dem Spiel haben wir Abschlüsse und Kopfbälle trainiert und ich habe keinen einzigen Kopfball verwandelt", verriet Coman im Interview mit UEFA.com einige Wochen nach dem Endspiel. "Es ist halt so, dass ich bei Kopfbällen Angst habe und die Mitspieler darüber Scherze machen."

Nach einer packenden ersten Halbzeit des Endspiels in Lissabon gingen die Bayern mit gemischten Gefühlen in die Kabine. Mehrfach hatte der FCB mit Glück und starken Paraden von Neuer einen Rückstand verhindert, gleichzeitig aber auch gespürt, dass man der Startruppe von Paris etwas entgegensetzen kann.

In der 59. Minute war es dann soweit. Paris orientierte sich nach einer Flanke von Joshua Kimmich aus dem rechten Halbfeld eher an dem zentral positionierten Robert Lewandowski, so dass Coman am langen Pfosten unbewacht blieb. Genau dort senkte sich der Ball gen Boden.

Alle Bayern-Tore in der Champions League 2019/20

"Die Flanke war perfekt. Ich habe dann meine Augen geschlossen und einfach nur den Kopf hingehalten", erinnert sich Coman. Als er die Augen wieder öffnet, sieht er einen chancenlosen Keylor Navas. Der Paris-Torwart ist gerade auf dem Weg in die falsche Ecke und der Rest geht im Bayern-Jubel unter.

"Es war ein unglaublicher Moment", so Coman. "Normalerweise feiere ich meine Tore gar nicht, denn Tore rufen in mir keine großen Emotionen hervor. Ich mag es lieber, Tore vorzubereiten. Ich habe einfach nicht diese Stimme in mir, die sagt: 'Wow, super!' Aber bei diesem Tor kamen natürlich alle Emotionen hoch, es war herausragend. Da sind unglaubliche Gefühle in mir entstanden."

Ein Moment für die Ewigkeit. Auch einer, der Coman vielleicht die selbst eingestandene "Angst vor Kopfbällen" nehmen kann? "Ich versuche immer, meine Augen offen zu halten, aber im letzten Moment habe ich immer diesen Reflex. Das kommt instinktiv."

Tore aller sechs Bayern-Triumphe

Der Flügelstürmer mit den pfeilschnellen Antritten und starken Dribblings muss eher nicht fürchten, dass er in Zukunft vorrangig an seinen Kopfballqualitäten gemessen wird. Was bleibt, ist ein Gefühl der Genugtuung – für ihn persönlich und für das gesamte Bayern-Team 2019/20.

"Der Abpfiff war eine Erleichterung nach dieser schwierigen Saison. Wir waren überglücklich, dass wir uns für die harte Arbeit belohnen konnten. Jeden Tag haben wir uns enorme Mühe gegeben und Disziplin gezeigt. Es war einfach schön, dass es sich letztendlich ausgezahlt hat."